Jahreskonzert 2011
In eine mystische Welt eingetaucht
Die Feldmusik Willisau entführte das Publikum mit einer Aufführung des fünfteiligen Werkes „The Lord oft he Rings“ in eine Welt voller Mystik, die geprägt war von farbigen Klangbildern, Konstrasten und faszinierender Musik.
Am vergangenen Wochenende stand in der Festhalle Willisau orchestrale Blasmusik im Mittelpunkt. Das Publikum liess sich von berauschender Musik fesseln und tauchte gleichzeitig in eine erregende Fantasiewelt ein. Die Eröffnung der Konzerte übernahm die Junge Feldmusik willisau, die von Hanspeter Schwegler dirigiert wurde. Unter seiner Stabsführung erklang „Jambo Africa“ von Mario Bürki. In dieser lebhaft gespielten Komposition gaben die Bassstimmen den tragenden Boden vor. Das überige Blasorchester nahm mit seiner Musik das pulsierende Leben auf dem afrikanischen Kontinent auf und solistische Querflöten-Einlagen verliehen der Darbietung einen besonderen Touch.
In typischer James-Bond-Manier präsentierte ich der Titel „The best of Bond“. Der Vortrag präsentierte sich markant und präzise, versehen mit eienm hervorragenden musikalischen Ausdruck. Lukas Schärli drückte ihm mit einem wunderbaren Trompetensolo den Stempel auf. Eine unheilschwangere Stimmung beschwor Othmar Arnold herauf, als er auf seiner Mundharmonika den weltberühmten Song „Moment for Morricone“ anstimmte. Die Anspannung löste sich erst, als die Junge Feldmusik die bekannte Melodie übernahm und weiterführte. Das in rhythmischer Hinsicht anspruchsvolle Stück war geprägt von einer ergreifenden Interpretation und einer Dramatik, deren Reiz durch den glockenreinen Sologesang von Stefanie Bernet zusätzlich erhöht wurde.
Eine fantastische Reise
Der zweite Konzertteil wurde von der Feldmusik Willisau bestritten, die unter der bewährten Leitung von Hervé Grélat stand. Mit der Aufführung des fünfteiligen Werkes Symphony Nr. 1 „The Lord of the Rings“ von Johan de Meij, gelang ihr ein grossartiger musikalischer Wurf, der gleichzeitig auch der Höhepunkt des Konzertes bildete. Dies zeigte sich bereits im machtvollen Einstieg in den ersten Teil. Erdig, unterschwellig, voller Mystik und Kontraste hörte sich dieser äusserst gut intonierte Vortrag an, der das Publikum von Beginn weg in seinen Bann zog. Farbige Klangbilder mit Tiefgang, eine glasklare Linienführung und eine zurückhaltende, beinahe durchschimmernde Musik zeichneten zweiten Teil aus.
Drohend und unheilverkündend, teilweise fast misstönend, gestaltete sich im dritten Teil die Suche nach dem Ring, der seinem Besitzer Macht über die Dunkelheit und das Böse verleiht. Jedes einzelne Register meisterste in diesem Satz die technischen Schwierigkeiten mit Bravour, während eine differenzierte und effektvolle Dynamik die schier unerträgliche Spannung hoch hielt. Besondere Erwähung verdient hier Ueli Scherrer, der mit einem perfekten Solo auf dem Sopransaxophon aufwartete.
Ungewöhnlich und nachhaltig wirkte im nächsten Teil die Reise in die Dunkelheit. Dumpfe Töne mit trägem Rhythmus, gefolgt von chaotisch anmutender Musik, versetzte die Zuhörerschaft in eine fabulöse Welt.
Das Ende der Geschichte
Im fünften und letzen Teil löste sich das überstandene, gefährliche Abenteuer in Wohlgefallen auf. Dies kam in der musikalischen Umsetzung bestechend schön zur Geltung. Ein mächtiges Finale, das letztendlich äusserst zart und fas unhörbar ausklang, läutete das Ende dieser zauberhaften Geschichte ein. Das gesamte Werk lebte von einer fantastischen Interpretation und von hinreissenden solistischen Einlagen durch die unterschiedlichsten Instrumente. Dabei übten die zahlreichen farbigen Glanzpunkte und die gefühlsbetonte Musikalität eine unwiderstehliche Faszination aus.
Als Moderator und Erzähler agierte Tony Steinmann. Mit sonorer Stimme erzählte er wirkungsvoll die Geschichte dieses magischen Ringes, während Hanspeter Lüthi als Präsident der Feldmusik Willisau einen kurzen Rückblick auf das reich befrachtete vergangene Jahr hielt. Auch wies er darauf hin, dass der Verein im Juni am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen teilnehmen wird.
WB vom 25. Jan. 2011 Hilda Rösch
Seit 30 Jahren beim «Eidgenössischen» auf dem Podest
Feldmusik Willisau: konstante Leistung bei guter Kameradschaft Dieses Jahre erspielte sich das Blasorchester der Feldmusik Willisau am eidgenössischen Musikfest in St. Gallen den ausgezeichneten dritten Rang in der Kategorie Konzertmusik, 1. Klasse Harmonie. Mit diesem Erfolg knüpft die Feldmusik an die lückenlose Podest-Serie der letzten 30 Jahren an. Die Feldmusik startete die Erfolgsserie 1981 mit dem ersten Rang. Das alle fünf Jahre stattfindende eidgenössische Musikfest wurde fortan von der Feldmusik lückenlos besucht. Das Blasorchester hat es verstanden, den steigenden Anforderungen laufend gerecht zu werden und immer an der Spitze mitzuhalten. So konnte die Feldmusik bei den letzten sieben Austragungen des eidgenössischen Musikfestes dreimal den ersten Rang, zweimal den zweiten und zweimal den dritten Rang erspielen. Oder anders gesagt, die Feldmusik steht seit 30 Jahren am eidgenössischen Musikfest auf dem Podest.Die Aufführung des Aufgabe- und Selbstwahlstücks im vollbesetzten Theatersaal in St. Gallen vermochte das Publikum zu begeistern. Die grandiose Musikalität ging unter die Haut, das technische Spiel begeisterte, die meisterhafte Interpretation von Hervé Grélat überzeugte vollends. Für’s Publikum war es einfach ein einmaliges Konzerterlebnis. Einzig die hochkarätige Jury konnte in der Präzision und dem Zusammenspiel ein paar Unregelmässigkeiten ausmachen, was zum dritten Schlussrang an diesem nationalen Wettbewerb führte. Die Wertung der anschliessenden Parademusik reichte für den 6. Rang. Somit kann die Feldmusik zufrieden auf ein weiteres, erfolgreiches, eidgenössisches Musikfest zurückblicken.Damit ein Verein 30 Jahre auf Erfolgskurs gehalten werden kann, brauchte und braucht es Macher, welche sich uneigennützig mit Herzblut für diese Sache engagieren. Die Feldmusik ist in der glücklichen Lage, dass sie für die Vereinsführung, aktuell mit Hanspeter Lüthi als Präsident an der Spitze, auf aktive und motivierte Leute zählen darf. Diese Arbeit wurde auch in der Vergangenheit von vielen Vereinsmitgliedern geleistet. So durfte die Feldmusikfamilie am letzten Freitagabend beim Abschlusshöck auf dem Vorberg sieben verdienten Ehrenmitgliedern zu einem runden Geburtstag gratulieren: Schubiger Hugo und Bühler Thomas feiern dieses Jahr den 75. Geburtstag, Stutz Anton, Küng Anton und Schüpfer Hans den 80. Geburtstag sowie Amrein Otto und Bossert Hans den 85. Geburtstag. Die Feldmusik gratuliert ihren Ehrenmitgliedern an dieser Stelle nochmals ganz herzlich.