In den Anfängen

Die Fahnenweihe vom Pfingstmontag, 7. Juni 1897, unter Mitwirkung der Stadtmusik Willisau, zeigte eindrücklich, dass der junge Blasmusikverein in der Bevölkerung der Landgemeinde Fuss gefasst hatte. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einem fröhlichen Volksfest. Das Vereinsbanner als Symbol der Zusammengehörigkeit Krieg in erster Linie ein Geschenk der Willisau-Land-Töchter, die jeweils ein schönen Sonntagen über Land gingen, an den Bauernstuben anklopften und die benötigten Mittel für die Anschaffung einer Fahne zusammentrugen. Diese wurde von Friedrich Felder, Schüpfheim, hergestellt und kostete 450 Franken.
An der Generalversammlung 1898 zählte die Feldmusik 23 Mitglieder, Und im Jahre 1901 waren es Deren 28. Schon 1898 Nahm das Korps am 3. Kantonalen Musikfest in Willisau teil und holte sich in der Kategorie Blechmusik einen Lorbeer. In den Jahren von 1898 bis 1914 beteiligte sich die Feldmusik Willisau-Land unter Direktor Josef Alexander Pfenniger ein sechs kantonalen Musikfesten.
Während des 1. Weltkrieges kam die Vereinstätigkeit beinahe zum erliegen. Wiederholt wurden für einige Zeit die Proben ganz eingestellt. Gegen Ende des Krieges wurde der Mensch wieder aktiver. Doch Militärdienst, und Grippeepidemie Viehseuche wirkten sich negativ auf den Probenbesuch aus.
Disziplin & Harmonie
... Besonderen Wert legte man innerhalb des Vereins auf eine gute Disziplin. Wer ohne hinreichende Gründe dem Musikverein den Rücken kehrte, hatte eine saftige Busse von 20 Franken zu bezahlen. Unentschuldigte Abwesenheit bei den Proben wurde mit 30 Rappen bestraft. Wer dreimal unentschuldigt an den Proben fehlte, musste mit dem Ausschluss aus dem Verein rechnen ....
... Anfangs des Jahres 1911 gingen die Emotitionen im Verein hoch. Man sprach sogar von der «Auflösung der Gesellschaft». Was war geschehen? Im Jahre 1911 wurde der Mohrensaal erbaut. Ein paar wenige Bläser Wollten das Jahreskonzert nicht mehr im Adler, Sondern im neuen Mohrensaal durchführen. Nach hartem Wortwechsel wurde beschlossen, das Konzert nochmals wie bisher im Adler abzuhalten. Doch schon im Februar des gleichen Jahres ging der erste Maskenball der Feldmusik im Mohrensaal über die Bühne .....
... Ein Musikant verstieg sich zur vielsagenden Frage, ob die Feldmusik zur «Dörflimusik» absinken wolle ... Die Weiterbildung der etablierten Aktiven, der fehlende Nachwuchs und Finanzielle Engpässe bildeten Wiederholt die Hauptsorgen der Verantwortlichen ....

Präsidenten & Direktoren
Präsidenten und Dirigenten bilden bekanntlich die Haupttriebkräfte für das Wohl und Wehe eines Musikvereins. In den vergangenen hundert Jahren wechselte das Präsidentenamt 19 mal, wobei zwei Namen zweimal auftauchen. Hin und wieder war der Präsidentenstuhl nur mit «Nachhilfe» zu besetzen.
So verzeichnet die Chronik in den 17 Jahren von 1922 bis 1939 acht verschiedene Präsidenten.
Mit Fritz Troxler (23 Jahre), Anton Aregger (12 Jahre) Otto Schnyder (10 Jahre) und Franz Kurmann (6 Jahre) hielt mehr schöpferische Ruhe Einzug in die Reihen der Feldmusik. Simon Schaller wirkte vorerst während vier Jahren als Präsident und hernach von 1936–1945 als Direktor.
Recht oft wechselte in den zwanziger und dreissiger Jahren die Direktion. Zum Vorteil der Feldmusik blieb in der jüngeren Vergangenheit mit Hans Kleeb (17 Jahre) und Hans-Peter Schwegler (16 Jahre) die Stabführung über längere Zeit in gleicher Hand.
Die genaue Auflistung der Präsidenten und Direktoren, deren Verbleib im Amt, deren Antrittsjahr und deren Weggang kann über folgenden Link auf den eigenen Computer abgespeichert, gedruckt und gelesen werden.
Meilensteine
- am 15. November 1921 feierte die Feldmusik das 25-Jahr-Jubiläum
- So rüstete sich der Verein auf die in allen Teilen erfolgreiche Fahnenweihe
und Neuuniformierung vom 15./16. Juli 1956. - Neuinstrumentierung von 1967: eine gewichtige Investition
- 1970 organisierte die Feldmusik zusammen mit der Stadtmusik das 20. Luzerner Kantonalmusikfest in Willisau
- 75-Jahr-Feier: Am 3. und 4. Juli 1971 gedachten die Feldmusikanten unter dem OK-Präsidium von Emil Schwegler ihres 75-jährigen Bestehens. Nach dem Galakonzert der 80 Bläser und Trommler starken Kadettenmusik Zug folgten am Sonntag die Totenehrung, die Mitwirkung beim Gottesdienst, der Festakt und am Abend zum Abschluss ein Freundschaftskonzert mit der Stadtmusik und den Feldmusiken Wolhusen und Willisau-Land
- Am 12. August 1973 war die Blaskapelle der Feldmusik zur Mitwirkung beim beliebten Sonntagmorgen-Hafenkonzert «Gruss vom Bodensee» auf das Bodenseeschiff «Schaffhausen» geladen.
- In einfachem Rahmen, aber mit gediegenen Veranstaltungen ging die Uniformweihe unter der Regie von Emil Schwegler am 9./10. und 11. Juli 1976 über die Bühne.
- Anlässlich des Jahreskonzertes 1983 präsentierte sich die ein Jahr zuvor von Hans-Peter Schwegler aus der Taufe gehobene Junge Feldmusik Willisau-Land und erntete begeisterten Applaus.
- die 90-Jahrfeier 1986 fand in einem bescheidenen Rahmen statt
- 28., 30. Juni, 1. Juli 1990: Fahnenweihe und Teilinstrumentierung
- Ein ganz grandioses Fest war die 100 Jahr Feier und Neuuniformierung im September 1997. Teil der grossen Feier waren ein Unterhaltungswettbewerb, die Grossinszenierung der «Ouverture 1812» zusammen mit der Stadtmusik vor der Kirche und die Marschmusikparade.
- Ein Highlight in der Vereinsgeschichte war sicher auch die Teilnahme am Certamen Internacional de Bandas de Música in Valencia 2009 gemeinsam mit dem Blasorchester Feldmusik Neuenkirch. Der Gewinn des Wettbewerbes in der 1. Klasse machte das Ganze noch atemberaubender und für alle zu einem einmaligen Erlebnis.
- Die Organisation des Kantonalen Musikfest 2010 vom 11.-13 Juni und des Kantonalen Jugendmusikfest am 5. Juni gemeinsam mit der Stadtmusik Willisau und der Rohrmatt Musik war ein voller Erfolg.